Christian Kuhn und Fabio Ziemßen eröffnen den Smart Proteins Summit 2026
Wie gestalten wir die Zukunft unserer Ernährung und welche Rolle spielen alternative Proteine dabei? Am 2. und 3. November kamen beim fünften Smart Proteins Summit im RheinRiff in Düsseldorf Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft, Handel, Wissenschaft, Politik, Start-up-Szene und Investment zusammen. Zwei Tage voller Impulse und Diskussionen machten deutlich: Die Weiterentwicklung des Sektors braucht Innovation, den Mut zu neuen Wegen und vor allem einen offenen Austausch über unterschiedliche Perspektiven und die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.
Als der Smart Proteins Summit vor fünf Jahren ins Leben gerufen wurde, stand eine Idee im Mittelpunkt: einen Ort zu schaffen, an dem diejenigen zusammenkommen, die die Zukunft der Proteine gemeinsam gestalten. Auch die fünfte Ausgabe knüpfte daran an. Denn unser Ernährungssystem lässt sich nicht aus einer einzelnen Perspektive heraus gestalten. Es erfordert den Dialog zwischen Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie, Handel, Forschung und Politik sowie ein gemeinsames Verständnis der Chancen und Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für Fortschritt
Den inhaltlichen Auftakt machte die Foodtrendforscherin Hanni Rützler mit einem Impuls zur Entwicklung unserer Ernährung und den Veränderungen im Lebensmittelmarkt. Im weiteren Verlauf des Summits kamen zahlreiche Perspektiven aus Landwirtschaft, Handel, Politik und FoodTech hinzu. Unter anderem diskutierten Dr. Franziska Kersten, Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat, Lea Fließ vom Forum Moderne Landwirtschaft, Clément Tischer von der REWE Group, Miriam Schroer von Lidl, Ivo Rzegotta von The Good Food Institute Europe und Alexander Schiffl von Mølk über aktuelle Entwicklungen und Zukunftsfragen des Sektors.
Hanni Rützler wagt einen Ausblick in die Zukunft der Ernährung
Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzubringen und auch über die eigene Branche hinauszublicken. Wenn neue Proteinquellen ihren Weg vom Feld und aus der Forschung in die industrielle Produktion und schließlich auf den Teller finden sollen, reicht technologische Innovation allein nicht aus. Ebenso entscheidend sind wettbewerbsfähige Produktionsbedingungen, funktionierende Wertschöpfungsketten, attraktive Produkte und ein Marktumfeld, das Innovation ermöglicht.
Narrative Building: Gute Geschichten entstehen im Dialog
Ein besonderer Schwerpunkt des diesjährigen Summits lag auf der Frage, wie die Branche über alternative Proteine spricht und welche Narrative die weitere Entwicklung des Sektors prägen können.
Alternative Proteine bieten vielfältige Chancen für Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft und Verbraucher. Um diese Potenziale sichtbar zu machen, braucht es überzeugende Geschichten, die über technologische Möglichkeiten hinausgehen und konkrete Fragen des Alltags aufgreifen: Geschmack, Preis, Verarbeitung, Genuss, Kulinarik und Akzeptanz.
Dabei dürfen solche Narrative nicht ausschließlich innerhalb der eigenen Branche entstehen. Wer Menschen erreichen und Vertrauen schaffen möchte, muss unterschiedliche Erwartungen ernst nehmen, Fakten vermitteln und auch kritische Fragen zulassen. Der Austausch mit anderen Perspektiven hilft dabei, bestehende Annahmen zu hinterfragen, Vorurteile abzubauen und gemeinsame Anknüpfungspunkte zu finden.
Dr. Franziska Kersten beleuchtet alternative Proteine aus politischer Sicht
Gerade darin liegt eine wichtige Aufgabe für die weitere Entwicklung des Sektors: selbstbewusst über die eigenen Potenziale zu sprechen, gleichzeitig aber offen für andere Sichtweisen zu bleiben. Denn überzeugende Narrative entstehen nicht in der eigenen Echo Chamber, sondern durch Dialog und gegenseitiges Verständnis.
Mut zu neuen Wegen und Zuversicht für die gemeinsame Zukunft
Der BALPro-Stand mit der Botschaft unseres Videoprojekts, das bald veröffentlicht wird.
Die Diskussionen beim Smart Proteins Summit machten deutlich, dass die Weiterentwicklung des Ernährungssystems beides braucht: den Mut, neue Technologien und Geschäftsmodelle voranzubringen, bestehende Strukturen zu hinterfragen und neue Wege in der Lebensmittelproduktion zu erschließen. Und die Zuversicht, dass sich auch angesichts wirtschaftlicher und regulatorischer Herausforderungen gemeinsam Lösungen entwickeln lassen.
Dabei muss es nicht darum gehen, in allen Fragen einer Meinung zu sein. Entscheidend ist vielmehr, unterschiedliche Perspektiven zuzulassen, unbequeme Fragen zu stellen und miteinander im Gespräch zu bleiben. Gerade der Austausch zwischen Akteuren mit unterschiedlichen Hintergründen schafft die Grundlage dafür, Herausforderungen besser zu verstehen und gemeinsame Ansätze zu entwickeln.
Auch abseits des Bühnenprogramms bot der Summit dafür Gelegenheit. Beim Networking-Abend „SMART TOGETHER“ im Rigatoni & Riesling konnten die Teilnehmenden die Gespräche in entspannter Atmosphäre fortsetzen und neue Kontakte knüpfen.
Ansprechpartner Politisches Frühstück
William Trautmann
Public Affairs Officer
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