Einer der Impulse beim Politischen Frühstück: Mark Schneeberger von eatbeer

Gestern fand das erste Politische Frühstück in unserer dreier Allianz mit GFI und ProVeg in diesem Jahr statt. Doch was genau steckt eigentlich hinter diesem Format?

Das Politische Frühstück zu alternativen Proteinen ist eine etablierte, halbjährliche Veranstaltungsreihe, die wir gemeinsam mit ProVeg und GFI organisieren. Unser Ansatz: Wir richten uns gezielt an die inhaltliche Arbeitsebene von Ministerien, Fraktionen und Landesvertretungen – also an jene Personen, die politische Anträge und Entscheidungen im Hintergrund maßgeblich vorbereiten. Bei jedem Treffen widmen wir uns ausgewählten Schwerpunktthemen, um das enorme Potenzial des gesamten Sektors für Deutschland sichtbar zu machen. Es geht darum, durch Praxisberichte politische Handlungsbedarfe für Bund und Länder aufzuzeigen, Schnittstellen zu anderen Sektoren zu beleuchten und aktuelle Entwicklungen politisch einzuordnen.

Gestern stand ein solches hochrelevantes Thema im Mittelpunkt: die Zukunft der Novel-Food-Regulierung. Gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft haben wir diskutiert, wie regulatorische Prozesse optimiert werden können, um Innovationen sicher und effizient auf den Markt zu bringen.

Hier ist ein Rückblick auf die wichtigsten Impulse und Diskussionen des gestrigen Vormittags.

Sicher und effizient: Der Impuls von GFI 

Den Auftakt machte ein fundierter Vortrag von GFI zur Novel-Food-Regulierung. Dabei wurde deutlich, wie entscheidend ein verlässlicher Zulassungsprozess für das Vertrauen und die Akzeptanz neuer Proteinquellen am Markt ist. Gleichzeitig kamen die realen Herausforderungen zur Sprache: Lange und unvorhersehbare Verfahren bremsen wichtige Investitionen in zukunftsfähige Unternehmen aus. Besonders für Start-ups und junge Unternehmen ist es wirtschaftlich kaum leistbar, finanzielle Mittel für die Dauer eines Zulassungsverfahrens bereitzustellen, wenn sich diese Verfahren auf teilweise 6 Jahre ausdehnen.

Ivo Rzegotta (GFI Europe)
Ivo Rzegotta erläutert die Regulierugen von Novel Food 

GFI stellte zudem den Vergleich zu Ländern wie Singapur oder den USA an, in denen Zulassungsverfahren teilweise deutlich schneller verlaufen. Dabei ging es nicht darum, dass diese Regulierungsprozesse für die EU übernommen werden sollten. Vielmehr wurde verdeutlicht, dass ein effizientes und transparentes System für ein funktionierendes Wirtschafts-, und Innovationssystem essenziell ist. Auf dieser Basis wurden konkrete politische Hebel diskutiert, um innerhalb des EU-Rechtsrahmens die Effizienz und Effektivität des Verfahrens zu steigern – und das bei einem unverändert hohen und kompromisslosen Sicherheitsniveau für die Verbraucher.

Praxisnahe Einblicke aus dem Sektor 

Wie sich die aktuellen Prozesse in der Praxis anfühlen, verdeutlichte der Input von Microharvest. Jonathan Roberz gab den Teilnehmenden einen direkten Einblick in die Realität eines innovativen Unternehmens und zeigte auf, warum Planbarkeit bei der Marktzulassung ein kritischer Erfolgsfaktor ist. Das Beispiel Microharvest zeigt mit seinen ambitionierten Plänen zum Kapazitätsausbau, dass Skalierung und Produktion auch in Deutschland wirtschaftlich sinnvoll und umsetzbar sind. Anhand von Zahlen zum Proteinimport Europas verdeutlichte Jonathan außerdem, wie wichtig die Stärkung einer weniger stark abhängigen Versorgung innerhalb Deutschlands und der EU ist.

In einem zweiten Input legte Mark Schneeberger, CTO von eatbeer, dar, wie Unternehmen die bestehende Rechtslage navigieren, um bestmöglichen Raum für Innovation zu bieten. Er betonte gleichzeitig die Notwendigkeit von Verkostungen unter strengen Sicherheitsauflagen, um ein Produkt marktreif zu machen. Marks Vortrag zeigt deutlich, dass die Zulassung nur ein Teil der Gleichung ist. Vielmehr sollten Unternehmen die Möglichkeit erhalten, ihre Produkte anhand von Verbraucherfeedback zu verbessern. Oder um es mit Marks Worten zu sagen:  Ob ein Produkt am Ende erfolgreich ist, entscheidet nicht die Zulassung, sondern der Verbraucher.”  

Jonathan Roberz (Microharvest)
Jonathan Roberz berichtete aus erster Hand über das Zulassungsverfahren von Novel Food
Intensiver Austausch auch nach den Impulsen

Nach dem offiziellen Teil ging der Austausch in die Verlängerung: Viele Teilnehmende blieben noch da, um die angerissenen Themen in entspannter Runde weiterzudiskutieren und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Genau diese lebendigen Gespräche im Nachgang machen unser politisches Frühstück aus.

Vielen Dank an alle, die gestern dabei waren und mit ihren Perspektiven zu diesem gewinnbringenden Austausch beigetragen haben!

Ansprechpartner Politisches Frühstück 
William Trautmann
Public Affairs Officer
wt@balpro.de

Bundesverband für Alternative Proteinquellen e. V.
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