Berlin, 07. Juli 2026 – Der heute von der Europäischen Kommission vorgestellte EU-Proteinplan ist aus Sicht des Bundesverbands für Alternative Proteinquellen (BALPro) ein wichtiger Schritt hin zu einer strategischen europäischen Proteinpolitik. Der Verband begrüßt insbesondere, dass die Kommission die Diversifizierung von Proteinquellen als Beitrag zu Ernährungssicherheit, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit Europas verankert und alternative Proteine dabei ausdrücklich berücksichtigt. Nun müsse diesem politischen Anspruch jedoch eine ambitionierte Umsetzung folgen.
„Der EU-Proteinplan ist ein wichtiges Signal. Europa erkennt zunehmend, dass alternative Proteine ein strategischer Wirtschafts-, Innovations- und Resilienzfaktor sind. Gute Ziele allein reichen jedoch nicht aus. Europa braucht konkrete Investitionen in Forschung, Skalierung und Produktionskapazitäten sowie verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen. Nur so kann aus einer politischen Strategie ein wettbewerbsfähiger Zukunftsmarkt entstehen“, erklärt Fabio Ziemßen, Vorstandsvorsitzender von BALPro.
Aus Sicht von BALPro bleibt der Proteinplan in zentralen Punkten hinter seinen eigenen Ambitionen zurück. Zwar verfolgt die Kommission erstmals einen ganzheitlicheren Ansatz entlang der Wertschöpfungskette. Konkrete Maßnahmen zur Skalierung alternativer Proteine, zum Aufbau industrieller Produktionskapazitäten oder zur Mobilisierung privater Investitionen bleiben jedoch weitgehend offen. Auch der Anbau heimischer Eiweißpflanzen sollte stärker für den menschlichen Verzehr und den Aufbau regionaler Lebensmittelwertschöpfungsketten gefördert werden. Gerade im internationalen Wettbewerb braucht Europa eine konsequente industrie- und innovationspolitische Strategie, die Investitionen in Forschung, Pilot- und Demonstrationsanlagen sowie Produktionskapazitäten gezielt unterstützt.
Mit dem EU-Proteinplan setzt die Europäische Kommission den richtigen politischen Rahmen. Entscheidend wird nun sein, diesen mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen. Aus Sicht von BALPro wird der Erfolg des Proteinplans davon abhängen, ob Europa Proteinpolitik künftig nicht nur als Agrar-, sondern auch als Industrie-, Innovations- und Standortpolitik versteht. Alternative Proteine sind nicht nur ein Beitrag zu einer resilienteren Lebensmittelversorgung, sondern ein Zukunftsmarkt mit erheblichem Potenzial für Wertschöpfung, Investitionen und qualifizierte Arbeitsplätze in Europa.
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