Copyright: The Ingredients Experts, IIC International AG
The Ingredients Experts ist ein international tätiges Unternehmen mit Hauptsitz in Freiburg. Es hat sich auf die Entwicklung und Bereitstellung innovativer Lösungen in der Lebensmittel- und Altproteinbranche spezialisiert. Das Unternehmen bietet hochwertige Inhaltsstoffe und agiert als Partner für Forschung, Produktentwicklung und globale Beschaffung, um die Herausforderungen eines schnelllebigen Marktes zu begegnen.
Was gab den Anstoß für die Gründung von The Ingredients Experts?
Der Bereich der alternativen Proteine hat bei uns vor etwa zwölf bis dreizehn Jahren ganz klein als spezialisierter Geschäftsbereich begonnen. Meine persönliche Motivation, in die pflanzlichen Alternativen einzusteigen, hatte ihren Ursprung in ethischen Bedenken, ausgelöst durch Bilder aus der konventionellen Fleischproduktion. Diese intensive Auseinandersetzung mit der Rolle des Menschen in der Lebensmittelkette war ein wesentlicher Anstoß, uns auf pflanzliche Alternativen zu konzentrieren. The Ingredients Experts ist Teil der IIC International AG, einer mittelgroßen Aktiengesellschaft. Neben der Ingredient-Division betreiben wir auch eine Innovation Packaging Division, die sich auf nachhaltige Verpackungssysteme spezialisiert hat.

Wolfgang Walk
Gründer von The Ingredients Experts, Dipl.-Lebensmitteltechnologe und Dipl.-Wirtschaftsingenieur
Durch diese etablierten Verbindungen und die daraus entstandenen Netzwerke erfahren andere Unternehmen von unseren Kompetenzen. Entsprechend erhalten wir heute Anfragen von führenden Herstellern alternativer B2C Produkte, die in bekannten Handelsketten vertreten sind.
Welche Produkte bietet ihr an?
Neben Monomaterialien bieten wir unseren Kunden auch maßgeschneiderte Proteinmischungen an. Der Kunde definiert die genauen prozentualen Anforderungen, und wir liefern die gewünschte Spezifikation. Wir haben diesen Schritt bewusst vollzogen, um unseren Service zu erweitern. Das erfordert zwar einen enormen Aufwand bei den Zertifizierungen – die deutsche Bürokratie in Bezug auf Glutenfreiheit und diverse Zusätze ist enorm – aber diesen Mehraufwand betreiben wir, um unsere Produkte voranzutreiben. Dabei kooperieren wir auch intensiv mit Berliner Start-ups und haben kürzlich einen größeren Auftrag für ein vegetarisches Fitnesspulver gewonnen, wo wir nicht nur als Lieferant agieren: Wir erstellen Rezepturen oder bieten mehrere Alternativen an. Das ist unser entscheidender Unterschied zu Herstellern, die nur ein Protein wie Erbsenprotein führen.
Kannst Du uns eure Vorgehensweise skizzieren?
Der Prozess beginnt mit den spezifischen Anforderungen der Kunden an das Protein. Diese umfassen Bindevermögen, Geschmack und die genaue Spezifikation für die geplante Produktion. Unsere Aufgabe ist es, auf Basis dieser Vorgaben Alternativen anzubieten. Dabei betreiben wir globales Sourcing. Denn es ist notwendig, schnell und qualitativ hochwertig auf Non-China Policen der Kunden zu reagieren und mehrere Alternativen zu bieten.
Du hast das große Defizit beim Sourcing und die Herausforderung der Opportunitätskosten angesprochen. Wie habt ihr diesen Engpass intern gelöst?
Das Problem, das uns antreibt, ist das Informationsdefizit, in dem Unternehmen ständig leben. Das führt zu erheblichen Opportunitätskosten – versteckte Kosten in der Bilanz, die die Rentabilität massiv belasten können. Wie lassen sich diese senken? Indem man schneller Alternativen findet, statt unter dem Druck der Discounter Preise um zehn Prozent senken zu müssen. Die Alternativen existieren weltweit, aber die große Frage ist: Wo sind sie, und wie finde ich sie? Diese Fragestellung beschäftigt uns seit Jahren.
Welche Lösungen bietet ihr hier an?
Wir haben in den letzten drei Jahren ein KI-Tool entwickelt, das speziell auf Sourcing von Ingredients und Dienstleistungen ausgerichtet ist. Aktuell gründen wir dazu ein Spin-off. Vorhandene Stand-alone-KI-Lösungen taugen nur bedingt. Sie liefern lediglich Long- oder Shortlists. Danach aber beginnt die eigentliche Arbeit erst, für die wir eine Kaskade an Tools benötigten. In den letzten zwei Jahren haben wir rund 140 verschiedene Einzel-KI-Tools in eine dreidimensionale Pyramide integriert. Man gibt oben die Anfrage ein, und die Agenten beginnen mit der automatisierten Abarbeitung. Die größte Herausforderung bei KI sind die Halluzinationen, also falsche Ergebnisse. Wir lassen die Resultate daher ständig zur Verifizierung gegenprüfen. Solche Suchen können bis zu dreiundzwanzig Stunden dauern. Die Ergebnisse, die wir erhalten, sind hervorragend: unglaublich gute Qualität von Alternativen in fast jedem Bereich – sei es Dienstleistung, Hardware, Software oder Proteine. Der Ansatz ist relativ generisch. Dieses System hat zu einem massiven Erfolg in unserem Unternehmen geführt. Unsere Geschäftszahlen entwickeln sich so positiv wie nie zuvor, da wir dank der KI in der Lage sind, schnell deutlich bessere Alternativen zu finden.
Was passiert, wenn große Marktakteure die Anzahl der zugelassenen Ingredients drastisch reduzieren?
Bei solchen Restriktionen muss man stets die Grenzen von Physik und Chemie in diesem Geschäft berücksichtigen. Es geht darum, inwieweit sich die Systeme oder Produkte durch Verfahren wie die Hydrolyse oder andere Verarbeitungsschritte verändern lassen.
Gleichzeitig verlagert sich die Entwicklung mehr und mehr in den technologischen Bereich. Wir sind beispielsweise in Projekte involviert, die sich mit Myzelen (Pilzproteinen) befassen. Auch Themen wie die Verarbeitung von roten Algen stehen auf der Agenda. Hier prüfen wir aktiv, was sich neben den klassischen Pflanzenproteinen noch tut und vor allem, wie sich diese Innovationen technologisch umsetzen lassen und welche Investitionen dafür nötig sind.
Am Ende muss das Produkt gekauft und gegessen werden. Es muss schmecken, damit die Leute es wieder kaufen. Es geht nicht nur darum, einmalig aus Neugier zuzugreifen.
Worauf kommt es da an?
Am Ende muss das Produkt gekauft und gegessen werden. Es muss schmecken, damit die Leute es wieder kaufen. Es geht nicht nur darum, einmalig aus Neugier zuzugreifen. Das gesamte Konzept oder die Investition lebt vom Wiederkauf. Die Flop-Quote im Food-Bereich ist extrem hoch – bis zu 95 Prozent aller Entwicklungen scheitern. Der Wettbewerb ist riesig und es wird massives Marketing eingesetzt.
Dieses starke Spannungsfeld versuchen wir als Akteure zu bedienen. Wir sehen uns nicht nur als Händler, sondern als Distributoren und Problemlöser für die Kunden. Viele Unternehmen möchten den Import und die damit verbundenen Herausforderungen gar nicht selbst übernehmen. Diesen gesamten Prozess übernehmen wir für sie.
Vom Fleischhandwerk zur Protein-Innovation
Der Gründer, Wolfgang Walk, stammt ursprünglich aus einer Metzgerfamilie und absolvierte ein Studium in Lebensmitteltechnologie mit Schwerpunkt Fleisch, ergänzt durch Wirtschaftsingenieurwesen. Sein erklärtes Ziel war stets die Führung eines eigenen, unabhängigen und innovativen Unternehmens.
In den späten 1980er Jahren sammelte er umfassende Erfahrungen beim Aufbau internationaler Lebensmittelbetriebe in Osteuropa – von der Fleischverarbeitung über die Margarineproduktion bis hin zu Abfüllanlagen. Diese Projekte schulten sein Know-how im Management komplexer Prozesse und der effizienten Gestaltung von Produktionsabläufen.
Im Jahr 1998 verlagerte sich der Fokus aus ethischen und Nachhaltigkeitsgründen hin zu pflanzlichen Proteinen. Dieser Geschäftsbereich ist heute ein zentraler Bestandteil des Portfolios. Das Unternehmen beschäftigt rund 15 Mitarbeitende und verfügt über Niederlassungen in Hongkong, Melbourne und Großbritannien.
Pressekontakt
Mailin Zanke
Communication Officer BALPro e. V.
dialog@balpro.de
Tel. 0176 75740057