Berlin, 05. März 2026 –  Die Einigung im EU-Trilog über ein Bezeichnungsverbot für pflanzliche Fleischalternativen stellt aus Sicht von BALPro einen tiefen Einschnitt für Verbraucher, Innovation und eine der dynamischsten Zukunftsbranchen Europas dar. Eine tatsächliche Verwirrung der Verbraucherinnen und Verbraucher im Supermarkt ist bislang nicht belegt und rechtfertigt nach Auffassung des Verbands keine derart weitreichende regulatorische Maßnahme.

BALPro-Vorstandsvorsitzender Fabio Ziemßen erklärt:

„Wir erwarten von der Entscheidung vor allem eines: klare und rechtssichere Regeln auf EU-Ebene, die den Verbraucherinnen und Verbrauchern weiterhin verlässliche Orientierung geben. Als Verband werden wir die Beschlüsse sorgfältig rechtlich prüfen, um unseren Mitgliedern Sicherheit bei der Entwicklung neuer Produkte zu geben. Die Menschen in Europa erwarten kluge und progressive Entscheidungen der europäischen Politik. Ein Verbot von Bezeichnungen wie ‘Steak’ für pflanzliche Produkte würde Innovation ausbremsen und die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Ernährungsstandorts schwächen.

Hinsichtlich der wirtschaftlichen Folgen eines Bezeichnungsverbots führt Ziemßen weiter aus:

“Die bestehenden EU-Kennzeichnungsvorschriften sorgen bereits für Transparenz. Zusätzliche Verbote vertrauter Begriffe schaffen keine Klarheit, verursachen aber allein in Deutschland Kosten von bis zu 250 Millionen Euro entlang der Wertschöpfungskette – und treffen damit auch Landwirte, die Erbsen oder Bohnen für diese Produkte anbauen.”

Nach internen Schätzungen entstünden die Mehrkosten insbesondere durch neue Verpackungen, Rebranding, Marketinganpassungen sowie strukturelle Eingriffe in bestehende Geschäftsmodelle. Damit würden Ressourcen gebunden, die für Forschung, Entwicklung und Skalierung dringend benötigt werden. Zugleich steigt das Risiko, dass Investitionen und Wertschöpfung in Nicht-EU-Länder abwandern.

BALPro wird seine Mitglieder bei der operativen und rechtlichen Umsetzung unterstützen. Gleichzeitig fordert der Verband eine klar definierte, praktikable Übergangsregelung, die Planungssicherheit gewährleistet und unnötige wirtschaftliche Belastungen vermeidet. Nun ist die Bundesregierung gefordert, zeitnah verbindliche Auslegungshilfen zu schaffen und für Rechtssicherheit zu sorgen.

Unabhängig von der politischen Bewertung alternativer Proteinprodukte bleibt festzuhalten: Es handelt sich um einen innovations- und wachstumsstarken Markt mit erheblicher Bedeutung für den europäischen Standort. Regulatorische Unsicherheit sendet hier ein falsches Signal – zulasten von Investitionen, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit.

Pressekontakt

William Trautmann
Public Affairs
BALPro e. V.
dialog@balpro.de
Tel. 0160 7754893

Bundesverband für Alternative Proteinquellen e. V.
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