REWE Voll Pflanzlich Einkaufskorb, Copyright pivopix Christoph Große

Als eines der führenden Handelsunternehmen in Deutschland und Europa erreicht die REWE Group täglich die Lebenswelt von Millionen Kundinnen und Kunden beim Einkauf von Lebensmitteln – und übernimmt dabei Verantwortung für eine zukunftsfähige Ernährung. Dies beinhaltet auch die Bereitstellung eines ausgewogenen Mixes von Proteinquellen im Sortiment. Mit einer ambitionierten Proteinstrategie setzt die REWE Group auf alternative Proteine und pflanzenbasierte Innovationen, um nachhaltige und bewusste Ernährungsweisen zu fördern. Pionierprojekte wie ein rein veganer Supermarkt in Berlin treiben diesen Wandel voran. Innovative Partnerschaften und technologische Fortschritte unterstützen die Reduktion von CO2-Emissionen und fördern ein nachhaltiges Ernährungssystem.

Wie genau setzt sich die REWE Group für die Förderung alternativer Proteinquellen ein?

Die REWE Group hat schon früh interne Strukturen und Fachwissen etabliert, um alternative Proteinquellen strategisch zu fördern. So ist REWE klarer Umsatz- und Absatzführer auf dem vegan-vegetarischen Markt in Deutschland, mit einem Sortiment, das 1.700 Artikel umfasst. Allein 500 Artikel entfallen dabei auf Eigenmarken. Im ersten rein veganen REWE-Markt „voll pflanzlich“ in Berlin führen wir derzeit sogar ein Sortiment von 2.700 Produkten. Unser Ziel ist, die Marktposition weiter auszubauen und FoodTech-Technologien in die Eigenmarken-Entwicklung zu bringen sowie innovative Markenartikel zu integrieren. Angesichts des Klimawandels und der wachsenden Weltbevölkerung wird es immer wichtiger, das Ernährungssystem zu transformieren. Innovative Sortimente wie etwa alternative Proteinquellen sind hier ein Ansatz.

Um mit starken Partnern ein lebendiges Innovations-Ökosystem zu bauen, baut die REWE Group Brücken zu Startups, Forschungseinrichtungen und Landwirtschaft.

Was motiviert euch zur Förderung alternativer Proteine?

Wir kennen unsere Verantwortung und nehmen diese auch entsprechend wahr. Die REWE Group versteht sich als aktiver Mitgestalter der Ernährungswende. Wir wollen auf relevante Trends und Technologien nicht nur reagieren, sondern sie mitgestalten. Dabei geht es darum, die negativen ökologischen, ethischen und sozialen Auswirkungen entlang der Wertschöpfungsketten spürbar zu reduzieren und so einen echten Beitrag zu einem zukunftsfähigen Ernährungssystem zu leisten.

Mit Blick auf die planetaren Grenzen verfolgt die REWE Group heute eine klare Strategie: Sie stärkt gezielt ihr pflanzenbasiertes Sortiment und setzt auf alternative Proteine – als konsequenten Schritt hin zu einer nachhaltigeren Ernährung. Denn die Anpassung unserer Ernährungsweisen spielt eine entscheidende Rolle beim Klimaschutz und der Lebensmittelsouveränität.

Wie planet ihr, euer Engagement zukünftig auszubauen?

Die Eigenmarkenprodukte werden aktuell unter die Lupe genommen mit dem Ziel, wo es sinnvoll ist, Produkte zu „verpflanzlichen“, indem Zutaten ausgetauscht werden. Natürlich unter der Prämisse, dass Geschmack und Qualität nicht darunter leiden.

Mit einer konsistenten Label-Strategie versuchen wir bei PENNY und REWE den Kundinnen und Kunden Orientierung beim Einkauf zu geben. Auf dem Front- oder Backpackaging der veganen Eigenmarkenprodukte findet man bei uns das V-Label als klares Erkennungszeichen.

Mit Aktionen am Point of Sale und in der Angebotskommunikation versuchen wir, die Attraktivität von plant-based Produkten zu erhöhen, etwa durch Coupons wie „12 Prozent Rabatt auf Pflanzendrinks“.

Gemeinsam mit Branchenpartnern hat REWE eine Petition initiiert, die die Senkung der Mehrwertsteuer auf Pflanzendrinks fordert. Denn wir sind der Auffassung, dass die derzeitige höhere Besteuerung mit 19 Prozent bestimmte Verbrauchergruppen benachteiligt und Zielen in der Klima-, Gesundheits- und Ernährungspolitik widerspricht. Eine steuerliche Gleichstellung mit anderen Grundnahrungsmitteln wäre somit sachlich geboten und sozial gerecht. Den Partnern geht es in erster Linie darum, gleiche Wettbewerbsbedingungen herzustellen. Die Steuersenkung soll durch die Unternehmen an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben werden. Zudem haben sich REWE und PENNY das Ziel gesetzt, den Mengenanteil pflanzlicher Produkte bis 2030 auf 60 Prozent zu erhöhen. In dem Zuge haben wir zum ersten Mal unseren Mengensplit pflanzlicher und tierischer Produkte berechnet und kommen zum Ergebnis, dass 54 Prozent des Sortimentes bereits heute pflanzlich sind.

Welche Alternativen Proteinquellen haltet ihr im Hinblick auf eine nachhaltige Agrar- und Ernährungswende für besonders vielversprechend?

Schon heute zeigen vielversprechende Technologien, wie stark sie unsere Ernährung verändern können. Zelluläre Landwirtschaft etwa bietet das Potenzial, tierische Produkte identisch und ressourcenschonend herzustellen. Auch Fermentation und Präzisionsfermentation eröffnen neue Wege für eine vielfältige, tierfreie Produktpalette. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir bereits an solchen Lösungen. Ein Beispiel: Project Eaden entwickelt pflanzliche Fleischfasern mit authentischer Textur und Infinite Roots setzt auf Myzelien als nährstoffreise Proteinquelle. Solche innovativen Lösungen aus dem FoodTech-Bereich sind Treiber für den Wandel unseres Ernährungssystems. Technologischer Fortschritt – von KI über Genomsequenzierung bis hin zur Bioproduktion – beschleunigt diese Entwicklung und macht sie skalierbar.

Wie sieht eurer Meinung nach die Ernährung der Zukunft aus?

Die Lösung zur Veränderung unserer Ernährungssysteme ist nicht eindimensional. Stattdessen werden in Zukunft verschiedene Systeme der Lebensmittelproduktion koexistieren, aber auch Verknüpfungen zwischen traditionellen mit innovativen Betriebszweigen entstehen. Aus unserer Sicht schließen nachhaltige Ernährungssysteme tierische Erzeugnisse nicht aus. Vielmehr kommen alternative Proteinquellen ergänzend hinzu, um die Belastung und Auswirkung auf die Umwelt zu reduzieren.

Wie werden sich diese Entwicklungen auf die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion auswirken?

Für uns ist klar, dass die Entwicklung nachhaltiger Ernährungssysteme den Ausbau pflanzenbasierter Lebensmittel miteinschließt. Gleichzeitig ist für die REWE Group entscheidend, dass wir dies nur durch die gebündelte Expertise aller Akteure der Wertschöpfungsketten erreichen. Unsere Proteinstrategie setzt voraus, gemeinsam mit der heimischen Landwirtschaft zu prüfen, wie sie Teil der Ernährungswende werden kann. Landwirtschaftliche Betriebe müssen sich in Zukunft noch stärker diversifizieren, um den steigenden gesellschaftlichen, politischen und klimatischen Ansprüchen gerecht zu werden. Um zu einer Proteinproduktion zu gelangen, die zukünftige Generation gerecht, gesund und nachhaltig ernährt, müssen heutige Landwirtinnen und Landwirte, Tierhalterinnen und Tierhalter zwingend eingeschlossen werden. 

Warum seid ihr BALPro-Mitglied geworden?

Der Verband und die REWE Group haben gleiche Zielvorstellungen in Bezug auf eine zukunftsfähige Ernährungswende. Die Plattform aus unterschiedlichen Akteuren der Wertschöpfungskette, die der Verband für Alternative Proteinquellen e.V. zusammenbringt, ist für alle Seiten gewinnbringend. Eine der zentralen Säulen unserer Proteinstrategie ist die Forcierung eines nationalen Proteinplans. Gemeinsam mit den Mitgliedern des BALPro e.V. wollen wir uns also dafür einsetzen, dass die Bundesregierung einen klaren Ziel- und Maßnahmenplan für die Proteindiversifikation in Deutschland entwickelt.

Pressekontakt 
Mailin Zanke
Communication Officer, BALPro e. V.
dialog@balpro.de
Tel. 0176 75740057

Bundesverband für Alternative Proteinquellen e. V.
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