Oktober 2026: Vom Wettbewerb der Ideen zum Wettbewerb der Standorte
Die Zukunft alternativer Proteine entscheidet sich nicht mehr im Labor, sondern daran, wo Kapazitäten entstehen und unter welchen Bedingungen sie wirtschaftlich laufen. Zwei Entwicklungen aus dem Oktober zeigen das.
1. Infrastruktur statt Einzelkämpfer
Die Biotech Open Platform in Frankreich (u. a. Danone und Michelin, über 20 Millionen Euro) hat eine Fermentationsanlage zum Hochskalieren eröffnet. In den Niederlanden formiert sich das EcoFerm-Konsortium, Spiber bietet Stammentwicklung und Fermentationsfertigung als Dienstleistung an. Entscheidend ist nicht mehr, wer die beste Technologie hat, sondern wer sie wirtschaftlich in Tonnen übersetzen kann. Wer in Europa Wertschöpfung halten will, braucht Anlagen, Partner und Abnehmer, und nicht jedes Unternehmen muss selbst bauen.
Quelle: https://www.greenqueen.com.hk/biotech-open-platform-danone-michelin-precision-fermentation-facility/
2. Die Politik hört zu, jetzt braucht es einen Plan
Am 5. Oktober haben wir gemeinsam mit weiteren Akteuren unser Positionspapier zur Proteinversorgung übergeben, mit konkreten Vorschlägen für eine breitere Proteinbasis. Beim Politischen Erntedank habe ich mit Bundesminister Alois Rainer über einen nationalen Aktionsplan gesprochen. Bisher wird Proteinversorgung in Einzelteilen verhandelt: Ernährung, Landwirtschaft, Biotechnologie, Innovationsförderung. Ein Aktionsplan würde diese Felder verbinden, Zuständigkeiten klären und Maßnahmen bündeln. Wer in Anlagen investieren soll, braucht diese Planbarkeit.
Mehr zur Übergabe: https://balpro.de/balpro-uebergibt-gemeinsames-positionspapier-und-fordert-klare-politische-rahmenbedingungen/
Mein Fazit für Oktober
Mein Appell an die Bundesregierung: Den guten Gesprächen müssen jetzt Taten folgen. Ein nationaler Aktionsplan Protein, der Landwirtschaft, Biotechnologie und Innovationsförderung verbindet, sollte zügig auf den Weg gebracht werden, denn Anlagen entstehen dort, wo Investitionen planbar sind.